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Die neue GHS Verordnung

Die Hintergründe zur neuen GHS Verordnung

In den letzten Jahren haben sich in den verschiedenen Ländern verschiedene Systeme der Kennzeichnung von Chemikalien entwickelt. In der Vergangenheit konnte dieselbe Substanz dabei stark unterschiedlich eingestuft sein, wie z.B. beim Coffein: Reines Coffein galt in Japan als giftig, in Australien als gesundheitsschädlich und in China wurde es als ungefährlich eingestuft.

Doch nicht nur bei der Lagerung, sondern auch beim Transport und Arbeitsschutz gibt es verschiedene Systeme. Somit ist es nachvollziehbar, dass durch den internationalen Handel der Ruf nach einer einheitlichen Kennzeichnung immer lauter wurde.

Auf diese Problematik haben die Vereinten Nationen bereits 1992 auf der Konferenz von Rio de Janeiro reagiert und 2005 das "Globally Harmonized System of Classification and Labelling" (GHS) vorgestellt. Mit dieser Verordnung wird sich die bislang von Land zu Land unterschiedliche Kennzeichnung und Einstufung von Gefahrstoffen ändern. In Europa wurde das GHS durch die sogenannte CLP-Verordnung implementiert. Diese weltweit einheitliche Kennzeichnung und Einstufung von Gefahrstoffen wird nun mit dem 01.06.2015 für alle Länder verbindlich.

Bei DENIOS finden Sie die entsprechenden Schilder und Etiketten, die Ihnen bei der richtigen Kennzeichnung nach GHS helfen und so den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen. Um Ihren Kollegen und Mitarbeitern die Umstellung zu erleichtern und die anschließende Arbeit sicherer zu gestalten (immerhin geht es um großes Gefahrenpotenzial), helfen sowohl unser gratis GHS Poster und die weit bekannte Jetzt Fibel bestellen >>


FAQs zur Neuregelung der GHS Gefahrstoffsymbole

Es soll eine weltweite (UN-weit) einheitliche Kennzeichnung chemischer Produkte sichergestellt werden. Dazu schreibt die CLP (Classification, Labelling and Packaging)-Verordnung 1272/2008 eine Kennzeichnung nach GHS (Globally Harmonized System) vor.

Hierzu werden vereinheitlichte, international gültige GHS-Gefahrstoffsymbole eingeführt, die von allen Chemikalienherstellern und –inverkehrbringern verwendet werden müssen.

Die Gefahrenpiktogramme symbolisieren die Gefährdungsarten.

Gefahrenpiktogramme sind die augenfälligen Gefahrenstoffsymbole in der Gefahrenkommunikation nach GHS-/CLP-Verordnung. Neun verschiedene Piktogramme werden einzeln oder in Kombination zur Kennzeichnung der Gefahr angewendet.

Die neue GHS-Verordnung gilt ab dem 01.06.2015.

Zuvor galt folgende Regelung: Die Einordnung und Kennzeichnung von Stoffen nach der EG-Richtlinie 67/548/EWG endete zum 01.12.2010. Bis zum 01.06.2015 ist es erlaubt Gemische nach der EG-Richtlinie 1999/45/EG zu kennzeichnen.

Jeweils 2 Jahre länger können Sie Ihre Waren nach der bis dahin gültigen Regelung kennzeichnen, sofern es sich um bereits produzierte Lagerbestände handelt.

Die GHS-Symbole sind rot/weiß/schwarz und ersetzen die alten schwarz/orangen EU-Gefahrensymbole.

Es gibt nun 9 verschiedene GHS-Gefahrstoffsymbole (GHS01-GHS09) für gefährliche Stoffe und Stoffgemische. Diese sind jeweils  mit einem bestimmten Piktogramm versehen, welches auf die vom Stoff ausgehende Gefahr hindeutet.

Gefahrenhinweise sind standardisierte Textbausteine und beschreiben die von einem Stoff oder Gemisch ausgehenden Gefahren. Ein Gefahrenhinweis ist in Form sogenannter H-Sätze codiert.

Hinweis: Mit der Umstellung ersetzen die neuen H-Sätze die bisherige Gefahrstoffklassifikation durch R-Sätze.

WICHTIG: H-Sätze sind immer im Zusammenhang mit dem / den Gefahrenpiktogramm(en) zu verwenden. Erst durch die H-Sätze erhalten Sie die vollständige Information zum Umgang mit dem spezifischen Gefahrstoff.

Nein! Eine Doppel-Etikettierung ist zu keiner Zeit erlaubt.

Anders ist dies bis zum 01.06.2015 bei der Angabe im Sicherheitsdatenblatt. Nach diesem Datum sind nur noch die neuen Gefahrstoffsymbole zu verwenden.

Auf dem Kennzeichnungsetikett müssen folgende Angaben abgebildet sein:

  • Name, Anschrift und Telefonnummer des Lieferanten
  • Nennmenge in der Verpackung (wenn nicht an anderer Stelle auf dem Behältnis angegeben)
  • Stoffname und Index-Nr. oder CAS Nr.
  • Gefahrenpiktogramm
  • Signalwörter
  • Gefahrenhinweise
  • Ggf. Sicherheitshinweise
  • Ggf. weitere, ergänzende Informationen

Gefahrstoffe im Sinne der GefStoffV (Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen) sind:

  1. Gefährliche Stoffe und Gemische / Zubereitungen nach §2 ChemG
  2. Stoffe, Gemische / Zubereitungen und Erzeugnisse, die explosionsfähig sind,
  3. Stoffe, Gemische / Zubereitungen und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung / Verwendung Stoffe mit Kriterien aus Nr. 1 oder Nr. 2 entstehen oder freigesetzt werden,
  4. Stoffe und Gemische / Zubereitungen, die die Kriterien nach Nr. 1 bis 3 nicht erfüllen, aber aufgrund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften und der Art und Weise wie sie am Arbeitsplatz vorhanden sind, oder verwendet werden, die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können.
  5. Alle Stoffe, denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen ist.

Eine Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen fordert die GHS-/CLP-Verordnung ausschließlich dann, wenn es sich um in den Verkehr gebrachte Stoffe handelt, folglich eine Bereitstellung / Weitergabe an Dritte erfolgt.

Für nicht durch den Hersteller / Inverkehrbringer eingestufte und gekennzeichnete Gefahrstoffe gilt: Ihr Unternehmen muss dafür Sorge tragen um derartige Gefahrstufe selbst einzustufen, mindestens jedoch die von den Stoffen / Gemischen ausgehenden Gefährdungen ermitteln.

Ist die alleinige Nutzung eines einzelnen Gefahrenpiktogramms ausreichend, um somit die erforderlichen Schutzmaßnahmen zur Gefahrenabwehr zu bestimmen?

Antwort: NEIN, die ausschließliche Information durch das Piktogramm reicht nicht für die exakte Gefahreninformation aus.

WICHTIG ist die Verknüpfung von Gefahrenpiktogramm plus Gefahrenhinweise (H-Sätze). Erst die Kombination von Gefahrenhinweis PLUS Gefahrenpiktogramm lässt die richtige Auswahl zu.

Gemische, die bereits vor dem 01. Juni 2015 nach Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG eingestuft, gekennzeichnet, verpackt und in Verkehr gebracht werden, dürfen nur noch bis zum 01. Juni 2017 abverkauft werden. 

1) TRGS 510 gilt für das Lagern von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern einschließlich folgender Tätigkeiten:

1.    Ein- und Auslagern,
2.    Transportieren innerhalb des Lagers und
3.    Beseitigen freigesetzter Gefahrstoffe.

(2) Die Maßnahmen von Nummer 4 gelten grundsätzlich für alle Gefahrstoffe mit Maßgabe der dort aufgeführten besonderen Bestimmungen.

(3) Anlage 9 gilt bei der Lagerung von Gefahrstoffen in Kleinmengen bis zu maximal 50 kg.

(4) Die Nummern 5 bis 12 gelten für spezielle in Tabelle 1 genannte Gefahrstoffe bei Überschreitung der jeweiligen Mengenschwellen. Als Mengenschwelle gilt die Summe der Gefahrstoffmenge mit der jeweiligen Eigenschaft. In der Tabelle sind sowohl die Einstufungen nach der Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP-VO), auch als EU-GHS-VO bezeichnet) als auch nach der EG-Stoffrichtlinie 67/548/EWG bzw. der Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG aufgeführt. Bis zum 1. Juni 2015 bleibt es dem Arbeitgeber freigestellt, welches Einstufungssystem er seinen Berechnungen zugrunde legt. Zur Vermeidung von Widersprüchen sollen die beiden Einstufungssysteme nicht gleichzeitig nebeneinander benutzt werden.

(5) Bei der Lagerung von in Tabelle 1 aufgeführten Gefahrstoffen oberhalb der in Anlage 9 aufgeführten Kleinmenge bis zu der in Tabelle 1 angegebenen Mengenschwelle sind die Vorschriften der Nummer 5 bis 12 in Abhängigkeit der Notwendigkeit gemäß dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung heran zu ziehen.

(6) Die Mengenschwelle in Tabelle 1 gibt an, ab welcher Gesamtmenge die in den einzelnen Nummern angegebenen Maßnahmen grundsätzlich zu ergreifen sind.