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Brandschutzsystem mit Schiebetoren ist 120 Minuten feuerbeständig

Nach eineinhalb-jähriger Projektlaufzeit hat DENIOS als weltweit erster Hersteller einen Brandschutztest über 120 Minuten für ein Brandschutzlager mit Schiebetor nach europäischer Brandschutznorm EN 13501 bestanden. GIT SICHERHEIT, das führende Fachmagazin für alle sicherheitsrelevanten Themen aus dem Wissenschaftsverlag Wiley, befragte Carsten Heumann, Technical Supervisor Sales bei DENIOS, zu den Einzelheiten.

GIT SICHERHEIT: Herr Heumann, Sie haben ein Brandschutzlager mit Schiebetor vorgestellt. Was sind die Besonderheiten des Produktes?

Carsten Heumann: Unser Brandschutzsystem RFP SD hat Schiebetore, die zu beiden Seiten teleskopierbar und (auch im Brandfall) selbstständig schließen. Außerdem werden wir damit den unterschiedlichen Marktanforderungen in Europa mit EI1 60, EI2 90 und EI2 120 gerecht. Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Schiebetore sind für diese Anforderungen nicht geeignet. Daher haben wir uns entschlossen, die Brandschutz-Schiebetore selbst zu entwickeln und DENIOS nach EN 16034 als Produktionsbetrieb für Türen/Tore zertifizieren zu lassen. Um für das gesamte Raumsystem inklusive Schiebetoren ein Zertifikat zu erhalten, das die strengste europäische Brandschutzklassifizierung REI 120 bestätigt, haben wir eine Serie von realen Brandversuchen durchführen lassen. Dabei haben wir die Gesamtkonstruktion im Prüfverfahren schrittweise verbessert und den Brandtest schließlich mit einer Dauer von über 120 Minuten bestanden. Das hat bislang kein anderer Hersteller von Brandschutzsystemen geschafft. Die Herausforderung besteht u.a. darin, dass das System trotz der Größe seiner beweglichen Teile im Brandfall zu 100 % Schutz bietet. Unser mehrköpfiges, langjährig erfahrenes Projektteam hat alle konstruktiven Details gelöst.

Welche Vorteile bietet das Produkt im Einzelnen?

Carsten Heumann: Das Brandschutzlager RFP SD mit Schiebetoren bietet 50 % mehr Einstellkapazität im Vergleich zu Brandschutzsystemen mit Drehflügeltüren, die handelsüblich durch ein maximales Baurichtmaß (BRM) von 3 x 3 m limitiert sind. Die Brandschutz-Teleskop-Schiebetore des RFP SD sind deutlich größer konstruiert. Durch den Einsatz eines elektrischen Antriebes und einer Fernbedienung kann zudem bei Kunden mit häufigem Ein- und Auslagern der Komfort erhöht werden. Der Staplerfahrer muss zum Öffnen und Schließen des Tores nicht mehr den Gabelstapler verlassen. Dies ist eine erhebliche Verbesserung der Ergonomie sowie der Arbeitssicherheit. Außerdem gibt es Kunden, die die Brandschutzsysteme in windreichen Zonen (z. B. Küstennähe) im Außenbereich nutzen. Auch dort hat der Einsatz von Teleskop-Schiebetoren Vorteile. Unsere Brandschutzsysteme bieten zudem ausgezeichneten Korrosionsschutz, da der Stahlrahmen und die beiden Auf­fangwannen aus vollverzinktem Basismaterial hergestellt und zusätzlich mit einer hochwertigen Lackierung beschichtet werden.

Für welche Märkte ist das Produkt geeignet?

Carsten Heumann: Wir haben nicht nur den deutschen Markt mit den nationalen baurechtlichen Anforderungen im Blickfeld, sondern auch alle anderen Länder in Europa. Darüber hinaus ist DENIOS auch in den USA sowie China mit Produktionsstandorten vertreten. Da die Anforderungen an den Brandschutz international nicht vereinheitlicht sind, bringt unser Produkt die Variabilität mit, um den unterschiedlichen behördlichen Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig haben wir mit dem Produkt eine hohe internationale Standardisierung erreicht, um diese Komplexität zu meistern. Um europaweit gültige Brandschutz-Zertifikate zu erhalten, sind alle unsere Brandschutzsysteme nach den strengsten Vorgaben gemäß der Norm EN 13501-2 für REI 120 geprüft. Dies unterstreicht als Hersteller und Marktführer unseren hohen Anspruch an unsere Technischen Raumsysteme.

Für welche Anwender ist das Produkt geeignet – und in welchen Ausführungen, Größen, etc. wird das neue Brandschutzsystem erhältlich sein?

Carsten Heumann: Das Produkt ist für die Anwender geeignet, die größere Mengen an Gefahrstoffen auf begrenztem Raum einlagern und aufgrund der Lagerklassen (nach TRGS 510) oder Auflagen des Sachversicherers die Getrenntlagerung mit einer feuerbeständigen Abgrenzung (F 90) zu berücksichtigen haben. Neben den bisher bekannten Ausführungen als begehbare- und Regal-Brandschutzsysteme mit Flügeltüren wird das Brandschutzsystem mit Schiebetor RFP 815.30 SD für eine Lagerkapazität von 12 IBC verfügbar sein. Die Ausstattung spielt bei der individuellen Produktkonfiguration eine entscheidende Rolle. Ob beispielsweise weitere Brandschutzmaßnahmen wie z. B. Löschanlagen benötigt werden, wie die Klima- und Lüftungstechnik ausgelegt werden soll, ob eine Zustandsüberwachung sinnvoll ist, etc. – diese Fragen werden im persönlichen Gespräch mit dem erfahrenen DENIOS-Berater geklärt und führen zu einer maßgefertigten Lösung.

SD wie „Sliding Doors“

DENIOS hat eine Neuentwicklung innerhalb seiner etablierten Brandschutz-Regallager-Familie RFP gestartet: Dabei hat der Hersteller die bisher üblichen Flügeltüren durch Schiebetore ersetzt, welche nun mit der Bezeichnung RFP SD („Sliding Doors“) in das Leistungsangebot mit aufgenommen werden konnten. Die Qualifizierung dieses Systems erfolgte beim Institut Efectis in Frankreich im Rahmen von umfangreichen Brandprüfungen, bei dem die Tore auf Feuerwiderstand mit der Abschottung (E=Raumabschluss) und Isolation (I=Wärmedämmung) getestet wurden. Mit dem Versuch wurden gleichzeitig drei Feuerwiderstandsklassen nach EN 13501 geprüft und bestanden: EI1 60, EI2 90 sowie EI2 120.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte unserer Raumsysteme. Wir freuen uns sehr darüber, dass dem europäischen Markt nun ein Produkt zur Verfügung steht, dass die Vorzüge in der Anwendung aus Brandschutz, Sicherheit und Komfort endlich miteinander vereint,“ so Holger Stenbrock, Leiter Innovation für den Bereich Room Systems bei DENIOS. Die europäische Markteinführung startete bereits im Dezember 2020, für den Heimatmarkt beginnt sie in diesem Frühjahr. Eine Patentanmeldung ist erfolgt.

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